Erfahrungen nach 10 Stunden Flugzeit
Jetzt habe ich den NT also tatsächlich schon 10h durch die Luft gehetzt und bin von mal zu mal mehr von dem Heli begeistert, aber von Anfang an:
Aufbau
Meine Familie war vorgewarnt, das wenn der Bausatz ankommt, ich garantiert nur
noch zum Essen aus dem Keller komme :-))
Der Bausatz kam und war innerhalb einer Woche aufgebaut (immer Abends nach der
Arbeit, teils bis spät in die Nacht). Alle Teile passen perfekt und sind äußerst
sauber gefertigt. Die Anleitung ist zum Teil etwas schwer zu lesen da Jan nicht
am Text aber dafür bei den Absätzen gespart hat. Das Abhaken der erledigten
Schritte ist Pflicht, zumindest wenn man sicher sein will wirklich alles gelesen
und durchgeführt zu haben.
Etwas Schwierigkeiten bereitete mir der Kühlluftschacht aus den beiden Tiefziehteilen. Es ist zwar eigentlich ganz einfach und logisch, ein Foto, wie das Teil fertig aussehen wird könnte der Anleitung aber nicht schaden. Ich werde den Schacht aber beim nächsten Mal nicht mit Sekundenkleber sondern mit Kontaktkleber verkleben. Der Sekundenkleber macht das Material spröde, so das es nach kurzer Zeit an den Befestigungspunkten einreißt.
Beim Einstellen der Riemenspannung vom Motor zur Hauptrotorwelle war die Spannung auch ohne die Abstandshilfen noch viel zu stark. Jan hat mir sofort Neue Motorträger gemacht, welche um drei 10tel dünner waren und somit mit einem 10tel Abstand die optimal Spannung brachten (im Keller, bei ca. 20°, doch dazu später mehr)
Laut Anleitung soll der Betankungsschlauch wie der
Druckschlauch bis zur Tankdecke stehen. Das ist beim Druckschlauch noch logisch,
zum enttanken aber sehr unpraktisch. Die einfachste Lösung bestand in der
Montage eines anderen Nippels welcher keinen Zapfen für den Schlauch hat und
somit gerade mal 0,5mm über dem Tankboden endet. Damit lässt sich der Tank
sauber leeren, beim Tanken selbst ist es eh egal.
Das Tanken selbst geht übrigens auch mit Haube wunderbar wenn man den Schlauch
zum Reso so lang lässt, das er noch ein gutes Stück unter der Haube rausschaut.
Sobald der Sprit ins Reso läuft fängt der Schlauch an zu vibrieren, dann kurz
die Pumpe auf Saugen gestellt und der Sprit im Schlauch wird zum größten Teil
wieder in den Tank gesaugt.
Auf jeden Fall ist der Aufbau ausführlich beschrieben, trotzdem sollte man beim Schrauben aufpassen und komplexere Schritte in der Anleitung wirklich mehrmals lesen. Es gibt nämlich durchaus genügend Möglichkeiten Fehler einzubauen die noch nicht mal sofort auffallen.
Erstflug
Nachdem ich viel über die extreme Agilität gehört hatte und mir viele gesagt
haben ich soll unbedingt schwerer Paddel für den Erstflug montieren damit ich
überhaupt eine Chance habe den Heli abheben zu können habe ich also meine
Ausschläge auf 65% reduziert (schwere Paddel habe ich keine bekommen - zum
Glück).
Der Motor sprang sofort an und tuckerte zu meinem Erstaunen ohne irgendwelche Vibrationen brav vor sich hin. Also hingestellt, die niedrige Drehzahl gewählt und abgehoben. Im ersten Moment dachte ich meine Servos wären ausgefallen, er schwebte vor mir und war nicht aus der Ruhe zu bringen. Nachdem ich die Steuerausschläge wieder auf 100% hatte sah die Sache anders aus, jetzt ließ er sich super sauber steuern und war immer noch sehr brav.
Den ersten Tank hab ich ihn in geringer Höhe gemütlich geschwebt, ab und an mal die Drehzahl erhöht, dann mal wieder abgesetzt usw. Der Tank wollte einfach nicht leer werden. Nach ner viertel Stunde hab ich ihm dann die erste Abkühlpause gegönnt (der Tank war noch halb voll).
Kunstflug
Spätestens beim 4. Tank (da hatte der Motor auch schon ca. 1h Flugzeit drauf),
gings dann ab zum ersten Rundflug. Der Motor lief so sauber das ich keine Angst
hatte ihn jetzt schon durch Loopings und Rollen zu bringen.
Auch ausgedehnte Rückenflüge fliegt man mit dem NT sehr entspannt, für meinen
Geschmack in der niedrigen Drehzahl (keine Ahnung welche Drehzahl genau, schätze
mal so 1300-14000), am besten, da bleibt er immer noch brav.
Sobald er mit der hohen Drehzahl unterwegs ist (wiederum geschätzt so 1600-1800) geht er richtig brutal ab! Es ist übrigens ein Märchen das der NT nicht geradeaus fliegen kann. Selbst bei voll Pitch mit Höchstgeschwindigkeit ist es kein Problem. Ok, mit einer kleinen Einschränkung, bei böigem Wind macht er gerne mal nen Satz nach oben oder unten. Das merkt man aber nur am Anfang, später steuert man das scheinbar aus, denn mittlerweile fällt mir das nicht mehr auf.
Autorotation
Nach ca. 2,5h Motorlaufzeit habe ich den Motor etwas magerer gestellt, mehr
Leistung brachte es eigentlich nicht. Dafür hat sich das ganze dann am nächsten
Tag bei über 30° als eher schlecht herausgestellt. Wir redeten gerade darüber
wie sauber doch der Motor läuft und genau in dem Moment ändert sich das
Motorgeräusch für eine Sekunde und 5 Sek. später war er aus...
Die darauf folgende Autorotation war kein Problem, der NT kommt mit den NHP
Razor pro ganz brav rein. Nach den Aufsetzen sah ich eines der Blätter
einklappen und habe aus Gewohnheit negativ Pitch gegeben. Das führte dann dazu,
das das einklappende Blatt ins Heckrohr schlug welches sofort wie Glas
zersplitterte. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. :-)
Ansonsten hat aber nichts gefehlt, weder dem Rotorblatt noch der
Blattlagerwelle. Die Blätter habe ich daraufhin wesentlich fester montiert. :-)
Riemen
Die einzigen Probleme die mein NT jemals hatte lagen am Riemen. Nach ca.
3,5h Flugzeit scheuerte der erste Riemen plötzlich am Chassis, gleichzeitig
bemerkte ich Schleifspuren am Tank (durch die Riemenscheibe). Das Problem ist,
die Riemenscheibe dehnt sich bei höheren Temperaturen um bis zu acht 10tel aus,
dadurch erhöht sich die Spannung und gleichzeitig läuft der Riemen nicht mehr
sauber auf den Zähnen. Der zweite Riemen hielt bis zur 7. Flugstunde.
Jetzt habe ich eine von Jan abgedrehte Scheibe und einen anderen Riemen, und
bisher keine Probleme mehr. Jan arbeitet aber an einer neuen Scheibe aus CFK und
Alu, warten wir's ab :-)
(ich brauche nicht zu erwähnen das Jan mir alle Problemteile sofort und ohne
Berechnung ausgetauscht hat)
Optik
Ja, das Flugbild ist gewohnheitsbedürftig. Mit den schwarzen Blättern ist es
sehr gewöhnungsbedürftig. Wir haben dann die Blätter mal mit gelber Folie
beklebt, dadurch sieht man die Blätter noch besser als weiße. Auch der NT selbst
hat viel Gelb bekommen wodurch er jetzt genauso gut sichtbar ist wie jeder
andere Heli :-)
Zum Abschluss kann ich nur sagen das ich vom NT mehr als
begeistert bin. Es hat allerdings etwa 6 Flugstunden gedauert bis ich mich
wieder alles getraut habe was ich mit dem Raptor bisher geflogen bin. Dafür
fliege ich diese Figuren aber jetzt umso besser :-)
Manchmal habe ich fast das Gefühl der NT trotzt der Schwerkraft, neue Figuren,
welche oft total in die Hose gehen (wie z.b. meine Rückwärtsloppings) lassen
kaum Gefahr für den Heli aufkommen weil man ihn eine Ewigkeit oben halten kann,
um die korrekte Fluglage wieder zu bekommen, ohne das er großartig an Höhe
verliert.